Nachruf: Dr. Frank Schröter

Dr. Frank Schröter

* 09.07.1947
† 06.09.2017

Die Kommission Gutachten der DGU sowie die Arbeitsgemeinschaft Sozialmedizin und Begutachtungsfragen der DGOOC trauern um ihr Mitglied Dr. Frank Schröter, der nach kurzer schwerer Krankheit am 6. September 2017 verstarb.

Frank Schröter hat sich um das Begutachtungswesen außerordentlich verdient gemacht, wobei sein Wirken weit über das eigene orthopädische Fachgebiet hinausreichte und durch Kollegen anderer Fachgesellschaften ebenso gewürdigt wurde wie durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, der privaten Versicherungswirtschaft, aber auch durch Sozial- und Zivilgerichte.

Er erkannte früh den Stellenwert der medizinischen Begutachtung, als er nach seiner Weiterbildung an der Orthopädischen Klinik Kassel das Institut für Medizinische Begutachtung (IMB Kassel) gründete. Da viele Gutachtenfragen nur interdisziplinär beantwortet werden können, arbeiteten dort von Anbeginn ärztliche Sachverständige verschiedener Fachgebiete unter einem Dach zusammen. Die gutachtliche Interdisziplinarität ist heute Standard, Frank Schröter hat dazu maßgeblich beigetragen.

Er hat in den mit gutachtlichen Fragen befassten Gremien der Deutschen Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) aktiv mitgearbeitet. Wann immer es in der Arbeitsgemeinschaft Sozialmedizin und Begutachtungsfragen der DGOOC oder in der Kommission Gutachten der DGU, in dieser seit 1999 als stellvertretender Leiter, um die Übernahme von Aufgaben ging, war er sich nie zu schade, pragmatisch, kompetent und konziliant mitzuwirken oder diese selbst zu erfüllen. Bei Nachfragen stand er stets selbstlos zur Verfügung, um mit seiner Expertise weiterzuhelfen. Viele Kollegen konnten dank seiner Hilfe schwierige Fragen in den von ihnen zu begutachtenden Fällen meistern.

Darüber hinaus waren ihm Weiter- und Fortbildung ärztlicher Gutachter ein besonderes Anliegen. In unzähligen Vorträgen und Buchbeiträgen hat er mit profunder Erfahrung und didaktischem Geschick seinen Fachkollegen diesen gesellschaftlich bedeutsamen Ausschnitt ärztlicher Tätigkeit näher gebracht. Er hat das Curriculum der unfallchirurgisch-orthopädischen Begutachtung mit sieben Kursen federführend entwickelt und hat es ermöglicht, dass dieses deutschlandweit angeboten und mit großem Erfolg durchgeführt werden konnte und kann. Das bis 2016 in Köln und jetzt in Dresden angesiedelte postgraduierte Weiterbildungsprogramm „Die Qualifizierung zum medizinischen Sachverständigen cpu“ wurde von ihm initiiert und über Jahre inhaltlich und organisatorisch getragen und geprägt. Als langjähriges Mitglied der Redaktion der Zeitschrift „Der medizinische Sachverständige“ gingen viele Impulse für deren inhaltliche Weiterentwicklung von ihm aus, von den zahllosen eigenen Aufsätzen und den Anmerkungen im „Leserforum“ ganz zu schweigen.

Jegliche Dogmatik lag Frank Schröter fern, für ihn gab es nie die Einstellung, dass irgendetwas schon immer so gewesen sei und daher im Gutachten so und nicht anders gewürdigt werden müsse. Er stand neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen stets offen gegenüber und war bereit, diese auch in die Bewertung einfließen zu lassen. Dabei wurde das Grundprinzip der gutachtlichen Neutralität von ihm unermüdlich betont und verteidigt, damit der Gutachter im Spannungsfeld zwischen den Anliegen der Betroffenen und der Leistungsträger seine Pflicht erfüllen kann.

Dass das Begutachtungswesen in Deutschland heute auf hohem Niveau für versicherungsrechtliche Fragen zur Verfügung steht, beruht nicht zuletzt auf dem jahrelangen und sicherlich auch kräftezehrenden Engagement von Frank Schröter. Sein Lebenswerk wird die Zukunft des ärztlichen Gutachtenwesens noch lange nachhaltig beeinflussen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.


K. Weise, Tübingen
M. Schiltenwolf, Heidelberg
Peter W. Gaidzik, Witten/Hamm

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